Plusenergiebauweise auch bei Mehrfamilienhäusern aktuell

4. März 2014, 13:48

Die Plusenergie-Idee wird auch bei Mehrfamilienhäusern umgesetzt. In Frankfurt sind derzeit mindestens drei Projekte fertig oder stehen kurz vor der Fertigstellung. Im Rahmen der Bautec wurde das Berliner Projekt La Vida Verde vorgestellt. Im Juli 2014 soll Einzug sein, organisiert ist das Bauprojekt im Mietshäusersyndikat. Finanziert wird deshalb nicht über eine Einlage in eine Genossenschaft und Eigentum, sondern durch das Sammeln von Direktkrediten.

Derzeit entstehen 18 Wohneinheiten mit zwischen einem und vier Zimmern auf insgesamt 1.250 Quadratmeter Wohnfläche im KfW-40-Standard. Es wird also beim Energieverbrauch nicht deutlich über einem Passivhaus liegen. Bei der Dachkonstruktion habe man darauf geachtet, die im Rahmen des Baurechts mögliche optimale Neigung des Dachs zur Nutzung von PV zu erreichen, berichtete Franziska Mohaupt für die Initiative. Die Miete soll später zirka 9,50 Euro warm betragen.

Das Hauskonzept sieht einen Wärmespeicher für Warmwasser und Heizung vor, eine Wärmepumpe soll Strom vom Dach nutzen. Dazu kommt Wärme aus dem Grauwasser, für wenige Wochen im Jahr soll ein Holzpelletofen für Restwärme sorgen. Geplant sei zudem die Nutzung von Windstrom, das sei derzeit aber noch nicht genehmigt, so Mohaupt. Die Genehmigungsprozeduren für die Nutzung von Windkraft in Städten sind lang, vor allem der Lärmschutz muss geklärt werden.

Ein Teil des Stroms soll an interessierte Nachbarn verkauft werden. „Es ist aber eine Grauzone, wenn man als Hausbesitzer Stromanbieter wird“, berichtet Mohaupt. Derzeit werde dafür noch ein rechtssicheres Konzept entwickelt.

Anforderungen im Geschosswohnungsbau
Besonders hoch sind die Anforderungen allerdings dann, wenn es vom Mehrfamilienhaus in den Geschosswohnungsbau geht. Einer der Gründe: das Verhältnis von Dachfläche zu Wohnfläche wird ungünstiger. Je mehr Dachfläche pro Wohnung zur Verfügung steht, desto einfacher ist es, über Fotovoltaik ein Energieplus zu erzeugen. Im Geschosswohnungsbau ist deshalb die Reduzierung des Verbrauchs, sprich eine Optimierung der Gebäudehülle und die Nutzung energiesparender Geräte noch wichtiger als bei kleineren Gebäuden.

Dass es dennoch möglich ist, ein Energieplus zu erzeugen sollen Gebäude von Nassauischer Heimstätte und ABG in Frankfurt beweisen. Bei der Nassauischen Heimstätte ist der Rohbau fertig, Bezug soll 2015 sein. Bei der ABG wird das erste Gebäude schon bezogen, das zweite ist im Bau. Auf die Messergebnisse dieser Mehrgeschosser darf man besonders gespannt sein.
Quelle: EnBauSa.de / pgl

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